Wenn die wärmenden Sonnenstrahlen die Menschen vor die Haustür locken, um zu wandern oder auf der grünen Wiese Sport zu machen, lauert eine heimtückische Gefahr…

Wenn die wärmenden Sonnenstrahlen die Menschen vor die Haustür locken, um zu wandern oder auf der grünen Wiese Sport zu machen, lauert eine heimtückische Gefahr, die so manchen die Freude an die Outdoor-Aktivitäten gründlich vermiesen kann: Zecken!

Bereits bei 6 bis 8° C werden Zecken aktiv. Die kleinen Biester lauern vor allem im Gras, aber auch an Sträuchern und niedrigen Bäumen und sind vor allem auf eines aus: Unser Blut! Im „hungrigen“ Zustand sind sie so winzig, dass man sie leicht mit einem Staubkorn verwechseln kann. Haben sie erst ein Opfer auserkoren, krabbeln sie langsam am Körper hoch und suchen sich einen gemütlichen Platz, wo sie ihr unheilvolles Werk beginnen können. Bevorzugte Plätze sind die Innenseite der Oberschenkel und die Leistenregion, wo die Haut weich ist. Den Biss der Zecke spürt man nicht, weil sie sich sehr vorsichtig durch die Haut bohren und gleichzeitig ein Betäubungsmittel absondern. So kann es passieren, dass man den Vampir erst nach 2 Tagen entdeckt, wenn er sich schon ordentlich vollgesaugt hat und einige Millimeter groß ist.

Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Das wäre alles nicht so schlimm, sondern nur unangenehm, aber leider sind Zeckenbisse sehr ernst zu nehmen. Die Tiere sind Wirte für schlimme Krankheitsüberträger und übertragen sie beim Blut saugen über den Speichel auf ihre Opfer.

Eine seltene, aber heftige, durch Zecken übertragene Krankheit ist die

Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)

Die Viren rufen eine Gehirnhautentzündung hervor, die dauerhafte Schäden wie Lähmungen verursachen kann. In seltenen Fällen verläuft sie auch tödlich. Glücklicherweise ist die FMSE eine recht seltene Erkrankung. In den letzten 5 Jahren wurden in ganz Deutschland jeweils zwischen 200 und 400 Erkrankte registriert. Hauptsächliche Ausbreitungsgebiete sind Bayern, Baden-Württemberg, das südliche Hessen sowie Teile von Thüringen und Sachsen. Für Menschen, die sich in diesen Regionen häufig in freier Natur aufhalten, ist eine Impfung zu empfehlen. Die Impfung selbst ist nebenwirkungsarm und auch für Kinder, die viel draußen spielen, besonders wichtig. Sie ist eine vorbeugende Maßnahme, ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, nützt sie nichts mehr.

Bild: CFalk / pixelio.de

Wesentlich häufiger, und manchmal auch mit erheblichen Langzeitschäden verbunden, ist eine weitere Krankheit, die durch Zecken übertragen wird:

Die Lyme-Borreliose

Sie ist in ganz Deutschland verbreitet und je nach Region ist jede zweite bis jede zehnte Zecke ein Wirt für die Borrelien. In den ersten Tagen verläuft die Borreliose meist harmlos. An der Bissstelle bildet sich eine kleine Rötung, die im Verlauf von ein paar Tagen kreisförmig nach außen wandert. Sie wird Wanderröte bzw. Erythema migrans genannt.

          

Nur selten tritt Fieber auf und es besteht meistens auch kein Juckreiz oder Schmerz. Wird die Borreliose im Frühstadium nicht ausreichend behandelt, treten später immer wiederkehrende Schübe auf, die sich in dem Rheuma ähnlichen Gelenk- und Muskelbeschwerden äußern können. Die Krankheit kann auch zu Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen. Treten wiederholt derartige Symptome auf und Ihr Arzt hat keine Ursache dafür gefunden, sollte man unbedingt eine Borreliose ausschließen. Oft hat man gar keine Erinnerung an den auslösenden Zeckenbiss und die Wanderröte kann auch so diskret abgelaufen sein, dass man sie nicht wahrgenommen hat.

Eine Borreliose im Frühstadium komplett zu heilen, ist für Ihren Arzt leicht, weil die Bakterien in dieser Phase sehr gut auf bestimmte Antibiotika ansprechen. Eine chronische Borreliose zu heilen, ist viel schwieriger und erfordert meistens die Kombination mehrerer Antibiotika über einen Zeitraum von einigen Monaten.

Insgesamt sind Zecken eine wahres Paradies für Krankheitserreger, über 50 verschiedene Arten von Bakterien und Viren können die Schmarotzer auf den Menschen übertragen. Obwohl man sich nicht komplett vor einem Zeckenbiss schützen kann, ist

Vorbeugung

wichtig, damit man das Risiko soweit wie möglich reduzieren kann.

Zecken lauern an Grashalmen und im Unterholz. Deshalb sind festes Schuhwerk und möglichst lange Hosen ein guter Schutz. Untersuchen Sie nach einem Aufenthalt in Feld, Wald und Wiese Ihren Körper besonders gründlich nach verräterischen Spuren nicht nur an Beinen und in der Leistenregion, auch die Achseln und am Kopf hinter den Ohren machen Zecken es sich gerne gemütlich.

Wenn Sie Ihre Outdoor-Aktivitäten in Zeckengebieten planen, sollten Sie auch die vorbeugende Anwendung eines Zeckenschutz-Sprays bedenken.

Aber auch wenn der Vampir schon seinen Kopf in Ihrer Haut versenkt hat und am Saugen ist, ist noch längst nicht alles verloren. In den allermeisten Fällen haben sie ein Zeitfenster von 8 Stunden, bevor die Zecke tatsächlich eine Infektion überträgt. Gelingt Ihnen also innerhalb dieser Zeit eine vollständige Entfernung, ist die Gefahr einer Erkrankung sehr gering. Zum Entfernen sollten Sie eine spezielle Zeckenzange  benutzen.

Mit dieser Spezialzange fassen Sie die Zecke behutsam an und ziehen sie langsam und vorsichtig heraus. Ruckartige Bewegungen sollten vermieden werden. Wenn Sie eine normale Pinzette nehmen, besteht die Gefahr, dass Sie zu fest zudrücken und Teile der Zecke in der Haut verbleiben.

Anschließend desinfizieren Sie die Bissstelle und beobachten sie die nächsten Tage. Sollten sich Anzeichen eines Erythema migrans zeigen, suchen Sie schnellstmöglich Ihren Arzt auf, damit er Ihnen Antibiotika verschreiben kann.

Noch ein Tipp zum Abschluss: Haustiere wie Hund und Katze sind auch beliebte Wirte für die Zecken. Die bringen sie dann mit in die Wohnung und manchmal suchen sie sich einen neuen Wirt in Form von einem menschlichen Familienmitglied. Deshalb kontrollieren Sie auch das Fell Ihrer Haustiere gründlich auf Zeckenbefall und nehmen zum Entfernen eine Zeckenkarte  Damit geht es bei Tierfellen wesentlich einfacher.

Titelbild: Dieter Schütz / pixelio.de

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