Rezeptfreie Schmerzmittel gehören zu den am meisten verkauften Medikamenten überhaupt. Für manche Menschen gehören sie zum Alltag wie das tägliche Frühstücksei und genauso sorglos gehen sie auch damit um. Dabei machen sich die wenigsten bewusst, dass sie es mit hochwirksamen Substanzen zu tun haben. Und alles, was sehr wirksam ist, …

Rezeptfreie Schmerzmittel gehören zu den am meisten verkauften Medikamenten überhaupt. Für manche Menschen gehören sie zum Alltag wie das tägliche Frühstücksei und genauso sorglos gehen sie auch damit um. Dabei machen sich die wenigsten bewusst, dass sie es mit hochwirksamen Substanzen zu tun haben. Und alles, was sehr wirksam ist, kann auch unerwünschte (Neben)Wirkungen haben, insbesondere dann, wenn man es dauerhaft einnimmt. Die Dosis macht das Gift, ist eine alte Weisheit unter Medizinern, aber nicht nur die Dosis, sondern auch das falsche Schmerzmittel, je nach Ursache der Beschwerden, kann fatale Auswirkungen haben.

Schmerzen sind Warnsignale

Schmerzen sind Warnsignale des Körpers, dass irgendwo irgendetwas nicht in Ordnung ist. Schmerzen zu bekämpfen, ist ohne Zweifel eine wunderbare Sache, aber durch Schmerzbekämpfung wird die Ursache, der Auslöser nicht beseitigt. Glücklicherweise besitzt die menschliche Natur ausgeprägte Selbstheilungsfähigkeiten und oft wird die Ursache ohne ärztliche Hilfe vom eigenen Organismus repariert und in Folge dessen verschwindet auch wieder der Schmerz. Ist dies nicht der Fall, bleibt das Warnsignal bestehen und der Schmerz wird chronisch.

Wiederholt auftretende Schmerzen können aber auch psychische Ursachen haben, wie etwa bestimmte Arten von Spannungskopfschmerz, genauso können Schmerzen aufgrund von physiologischen Prozessen ausgelöst werden, beispielsweise bei Menstruationsbeschwerden. Auch hier gilt: Die akute Schmerzbekämpfung ist wichtig, ohne Behandlung der Ursache aber nur die halbe Therapie.

Prostaglandin

Rezeptfreie Schmerzmittel wirken generell, indem sie die Schmerzübertragung durch Botenstoffe, sogenannte Prostaglandine, hemmen. Dadurch kommt das Schmerzsignal nur mit starker Dämpfung im Gehirn an. Aber fast alle Schmerzmittel haben zusätzlich weitere Wirkungen, sie können unter anderem entzündungshemmend oder fiebersenkend, krampflösend oder muskelentspannend sein, und sogar die Gerinnungsfähigkeit des Blutes beeinflussen. Einige entfalten ihre hauptsächliche Wirkung bei Muskeln und Gelenkbeschwerden, andere sind effizient bei Kopf- oder Zahnschmerzen und weitere wirken speziell im Magen-Darm Trakt.

Um bei der Vielzahl der Schmerzmittel und den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten noch den Durchblick zu behalten, werden hier die 6 wichtigsten Wirkstoffe vorgestellt. Unabhängig vom Wirkstoff gilt aber ein wichtiger Grundsatz:

Ohne ausdrücklichen ärztlichen Rat niemals mehr als die angegebene Tagshöchstdosis einnehmen, nicht länger als 4 Tage hintereinander und nicht mehr als insgesamt 10 Tage im Monat.

Die wichtigsten Schmerzmittel im Überblick

  • Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin)

Einsatzgebiete:

Hilft gut bei leichten bis mäßigen Schmerzen und wird vor allem bei Kopfschmerzen und leichten Gliederschmerzen eingesetzt. Besonders geeignet auch bei grippalen Infekten, da die Substanz gleichzeitig fiebersenkend wirkt. Nicht geeignet gegen Zahnschmerzen.

Vermeiden bei:

Blutgerinnungsstörungen, da es die Gerinnung über Tage hinaus weiter hemmt. Es sollte deshalb auch mindestens 7 Tage vor geplanten Operationen nicht mehr eingenommen werden.

Nicht geeignet für Kinder unter 12 Jahren und Schwangere im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Gefahren:

Acetylsalicylsäure kann Magenschmerzen verursachen und Magengeschwüre mit Blutungen hervorrufen.

Höchstdosis:

Die Tageshöchstdosis liegt bei 3.000 mg. Maximal alle 4 Stunden 500 mg.

Acetylsalicylsäure

  • Paracetamol (z. B. Paracetamol-ratiopharm)

Einsatzgebiete:

Ähnlich wie Acetylsalicylsäure, besitzt auch fiebersenkende Eigenschaften und wirkt zusätzlich gut bei Zahnschmerzen. Wird gut von Schwangeren und Kindern vertragen

Vermeiden bei:

Leberschäden und erhöhtem Alkoholkonsum.

Gefahren:

Kann bei längerer Einnahme oder einer Überdosierung die Leber schädigen.

Höchstdosis:

Maximal 4.000 mg pro Tag. Zwischen 2 Einzeldosen sollten mindestens 6 Stunden liegen.

Paracetamol

  • Diclofenac (z. B. Diclofenac Zentiva)

Einsatzgebiete:

Leichte bis mäßige Schmerzen bei Sportverletzungen, Muskel- und Gelenkerkrankungen, Arthrose und Athritis. Hemmt zusätzlich die Bildung von entzündungsfördernden Enzymen und wirkt antirheumatisch.

Vermeiden bei:

Nierenerkrankungen, ebenso bei vorliegenden Herz-Kreislauf Erkrankungen. Tabu ist Diclofenac für Kinder unter 14 Jahren und im letzten Schwangerschaftsdrittel.

Gefahren:

Einige Studien deuten darauf hin, dass eine längere Einnahme zum Entstehen von Herz- und Kreislauferkrankungen führen kann. Bildung von Magengeschwüren.

Höchstdosis:

75 mg pro Tag, mindestens 4 Stunden Abstand zwischen zwei Einzelgaben.

Diclofenac

  • Naproxen (z. B. Togal Naproxen)

Einsatzgebiete:

Wirkt ähnlich wie Diclofenac. Zusätzlich ist es auch fiebersenkend und zeigt eine gute Wirkung bei Menstruationsbeschwerden.

Vermeiden bei:

Herz- Kreislauferkrankungen, Nierenschäden

Gefahren:

Ähnlich wie Diclofenac, insgesamt aber bessere Magenverträglichkeit.

Höchstdosis:

Tageshöchstdosis 750 mg, verteilt auf 3 Einzelgaben.

Naproxen

  • Ibuprofen (z. B. Aktren)

Einsatzgebiete:

Von Allen Schmerzmitteln hat Ibuprofen vermutlich das breiteste Wirkungsspektrum. Es eignet sich sowohl zur Bekämpfung von Muskel- und Gelenkbeschwerden, Kopfschmerzen, Migräne, Zahnschmerzen und grippalen Infekten.

Vermeiden bei:

Herzmuskelschwäche, Leber- oder Nierenschädigung und chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma. Ibuprofen nicht im letzten Schwangerschaftsdrittel einnehmen.

Gefahren:

Insbesondere bei Überdosierung und langfristiger Einnahme kann es zu stärkeren Nebenwirkungen im Magen- Darmtrakt, wie das Auftreten von Magengeschwüren, kommen. Es kann eine Herzmuskelschwäche verstärken und bei entsprechender Veranlagung Asthmaanfälle verschlimmern.

Höchstdosis:

1.200 mg pro Tag.

Ibuprofen

  • Butylscopolamin (z. B. Buscopan)

Einsatzgebiete:

Krampfartige Schmerzen im Magen- Darmtrakt, Reizdarm. Butylscopolamin ist hauptsächlich krampflösend und bekämpft dadurch auch die Schmerzen.

Vermeiden bei:

Grünem Star (Engwinkelglaukom), mechanischen Verengungen im Magen- Darmtrakt, wie etwa ein Tumor, Herzrasen (Tachykardie). Nicht geeignet für Kinder unter 6 Jahren.

Gefahren:

Das Mittel kann müde machen (Vorsicht im Straßenverkehr). Es kann Durchfall, Übelkeit und Erbrechen auslösen und trockene Haut durch Hemmung der Schweißsekretion hervorrufen.

Höchstdosis:

Tageshöchstdosis sind 60 mg, die Einzeldosis maximal 20 mg.

Butylscopolamin

Generell sollte man verschiedene Schmerzmittel nicht miteinander kombinieren, da es auch bei den unerwünschten Wirkungen zu deren Verstärkung kommen kann. Sollten Sie trotzdem kombiniert werden, verringert sich die zulässige Tageshöchstdosis anteilig.

Bildquelle Titel: ppdigital, morquefile.com

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