Mückenschutz: Mit diesen Tipps und Tricks schützen Sie sich vor Insektenstichen

Mückenschutz MethodenWie schnell man sich einen Mückenstich einfangen kann, weiß jeder, der sich schon einmal in der Nähe stehender Gewässer aufgehalten hat. Aber nicht nur dort ist man der juckenden Plage ausgesetzt. Selbst im eigenen Schlafzimmer kann einem das typische Sirren den letzten Nerv rauben. Ohne wirksamen Mückenschutz ist man dem zumeinst wehrlos ausgeliefert.

Wir haben uns die meist empfohlenen Methoden für effektiven Mückenschutz angeschaut und zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

Die erste Gegenmaßnahme ist meist der instinktive Reflex, sich zu kratzen. Doch das ist die schlechteste aller Gegenmaßnahmen. Alles, was man damit erreicht, ist die Entzündung der betroffenen Hauptpartie. In schweren Fällen kann es sogar zu einer hässlichen Narbenbildung kommen. Auch der Nutzeffekt hält sich in Grenzen: Schon nach kurzer Zeit ist der lindernde Effekt dahin, und das Jucken setzt wieder ein.

Der Juckreiz alleine ist noch nicht einmal der Hauptgrund, warum der Schutz vor Mücken so wichtig ist. Mücken sind auch Überträger gefährlicher Krankheiten, beispielsweise Gelbfieber oder Zika-Virus.

Bei uns ist die Mückenplage vor allem im Sommer von Bedeutung. Ist allerdings eine Reise geplant, sollte das Thema Mückenschutz grundsätzlich fester Bestandteil der Reisevorbereitungen sein. Vor allem sollte man sich rechtzeitig darüber informieren, ob am Zielort mit einer Mückenplage zu rechnen ist.

Um welche Mücken geht es?

Nicht nur die Stechmücke gehört zu den blutsaugenden Arten, die Menschen befallen. Daneben gibt es auch Kriebelmücken (Simuliidae), Schmetterlingsmücken (Psychodidae), hier hauptsächlich Sycorax und Phlebotominae, und Gnitzen (Ceratopogonidae). Nicht alle Unterarten und Gattungen sind blutsaugend.

Wie sieht effektiver Mückenschutz aus?

Beim heutigen Stand der Wissenschaft ist man den Mückenattacken nicht mehr wehrlos ausgeliefert. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Methoden, ihrer Herr zu werden. Eines aber sollte klar sein: Es gibt keinen hundertprozentigen Mückenschutz. Die Qualität einer Schutzmethode errechnet sich aus dem Anteil erfolgreich abgewehrter Angriffe der kleinen Blutsauger.

Eines der hartnäckigsten Hindernisse auf dem Weg zum effektiven Mückenschutz ist Aberglaube. Auch heute noch kursieren eine Vielzahl völlig unwirksamer und sinnloser Schutzmethoden, die unzweifelhaft ins Land der Legenden gehören. Der erste Tipp für einen wirksamen Schutz vor Mücken lautet: nicht alles glauben, und sich nur an seriöse Informationsquellen halten.

Auf die Zielsetzung kommt es an

Um die richtige Methode für den Schutz vor Mücken ausfindig zu machen, muss zunächst geklärt werden, was man vor allem erreichen möchte. Steht eine Reise in die Tropen an, geht es besonders um den Schutz vor schweren Krankheiten, die durch Mücken übertragen werden, beispielsweise Malaria oder das Dengue-Fieber. Soll vor allem das eigene Schlafzimmer mückenfrei gehalten werden, genügen Maßnahmen, um ihr Eindringen zu verhindern. So lapidar sich das auch anhören mag: Manchmal genügt es schon, einfach das Fenster zu schließen.

Methode eins: Repellentien

Die Methode, Substanzen auf die Haut aufzutragen, um einige Stunden lang vor den blutgierigen Insekten sicher zu sein, ist die populärste Art des Mückenschutzes. Repellentien wirken durch Ablenkung. Sie überdecken den Körpergeruch und tarnen den Anwender auf diese Weise vor den Sinnesorganen der Mücke.

Viele Menschen glauben fälschlicherweise, dass der Geruch von Blut die kleinen Biester anlockt. Das ist nicht der Fall. Es ist der menschliche Körpergeruch, der für sie als Leitstrahl dient. Dabei geht es nicht um Hygiene, also das, was wir untereinander unter Körpergeruch verstehen, sondern um Pheromone, die jeder Körper absondert. Entsprechend werden Menschen, die eine höhere Produktion an Sexuallockstoffen aufweisen, öfter gestochen als Menschen mit einem niedrigeren Ausstoß.

In Repellentien können unterschiedliche Wirkstoffe enthalten sein, sowohl synthetische als auch natürliche. Bei den synthetischen Wirkstoffen kommen am häufigsten Icaridin und DEET zum Einsatz. Für welchen man sich entscheidet, hängt vom Einsatzgebiet ab. Icaridin ist verträglicher und schonender, wie beispielsweise Autan Protection Plus, das beim Test der Stiftung Warentest im Jahr 2014 Testsieger wurde. Für den Einsatz in heimischen Gefilden reichen Produkte mit diesem Wirkstoff meist völlig aus. Geht es in tropische Regionen, sind schwerere Geschütze gefragt. Hier sollte man sich für Produkte mit DEET entscheiden, beispielsweise Anti Brumm Forte (Testsieger 2010) oder Nobite.

Wer auf natürliche Wirkstoffe setzt, fährt mit Citronella sicher nicht schlecht. Allerdings darf man nicht die Augen vor der Tatsache verschließen, dass natürliche Mittel in ihrer Wirksamkeit den synthetischen Varianten unterlegen sind. In bestimmten Situationen zeigen sie sogar keinerlei Wirkung.

Methode zwei: passende Kleidung gegen Mücken

Gerade im Sommer herrscht der Drang vor, leichte Kleidung zu tragen, das heißt: kurze Ärmel und kurze Hosen oder Röcke. Auch die Mücken mögen diesen Bekleidungsstil bei uns, denn er öffnet ihnen ausgedehnte Zonen für eine ausgiebige Blutmahlzeit. Wer sich also nicht ständig mit Repellentien einreiben möchte, wird im Interesse des Mückenschutzes Kompromisse machen müssen. Es ist erstaunlich, was man mit einfachen Mitteln erreichen kann: Helle und langärmelige Kleidung genügt oft schon, um sich die ständigen Mückenangriffe zuverlässig vom Leib zu halten. In tropischen Gebieten genügt das allerdings nicht. Hier sind zusätzlich auch Repellentien anzuraten, zusammen mit der Imprägnierung der Kleidungsstücke.

Methode drei: Mückengitter

Alle bisherigen Methoden nützen wenig, wenn man im eigenen Schlafzimmer von Mücken belästigt wird. Da nur die wenigsten Menschen in langärmeliger Schutzkleidung oder mit aufgetragenen Repellentien zu Bett gehen, sind hier andere Maßnahmen angesagt. Die beste Abwehrmethode sind Mückengitter an Fenster und Türen. Wohnt man in der eigenen Immobilie, lohnen sich fest eingebaute Varianten mit hoher Lebensdauer und Stabilität. In Mietwohnungen wäre diese Einbaumaßnahme nicht angemessen (wenn sie nicht ohnehin vom Vermieter ausgeschlossen ist). Hier bieten sich Aufstelllösungen an, die ohne Montage auskommen.

Mobile Mückengitter sind ein nützlicher Begleiter auf Reisen. Sie lassen sich im Hotelzimmer mit wenigen Handgriffen anbringen und wieder entfernen. Die Lebensdauer solcher Vorrichtungen ist nicht allzu hoch, dafür erlaubt der niedrige Anschaffungspreis, sie öfter gegen ein neues Modell auszutauschen. In der Regel müssen solche Provisorien ohnehin nur einen Urlaub lang halten.

Methode vier: Insektenvernichter als wirksamer Mückenschutz

Ist der Feind erst im Haus, lässt er sich nur sehr schwer wieder vertreiben. Hier können Mückengitter sogar kontraproduktiv wirken, nämlich dann, wenn sie die Invasoren nicht wieder hinauslassen. Akrobatische Kunststücke mit der Fliegenklatsche mögen für Zuschauer vielleicht ganz amüsant sein, aber sie sind nicht sehr effektiv und oft die Quelle für schmerzhafte Unfälle – ganz abgesehen von den Blutflecken an der Wand, wenn ein Klatschenangriff einmal erfolgreich war.

In diesem Fall bleibt nichts anderes übrig, als schwerere Geschütze aufzufahren. Insektenvernichter sind Vorrichtungen, die Mücken mittels UV-Licht anlocken, um sie dann mit einem Stromschlag auszuschalten. Für Menschen ist die Methode unbedenklich, denn sie kommt völlig ohne chemische Substanzen aus und verursacht auch keine giftigen Emissionen.

Besonders wichtig: Insektenvernichter sollten nur in Innenräumen eingesetzt werden. In der freien Natur wäre der Kollateralschaden nicht vertretbar, denn viele nützliche Insekten würden ebenfalls Opfer der Vernichtungsapparatur.

Methode fünf: Mückenstecker

Dabei handelt es sich um ein kleines elektrisches Gerät, das man direkt in die Steckdose steckt, und das dort in der Art eines Mückenvernichters funktioniert. Mückenstecker eignen sich besonders gut zum lokalen Einsatz, wenn also beispielsweise nur das Schlafzimmer geschützt werden soll, oder man das Hotelzimmer mückenfrei halten möchte. Es gibt zwei Arten von Mückensteckern:

Ultraschallgeräte töten die Mücken nicht, sondern vertreiben sie durch Schallimpulse. Diese tierfreundliche Methode hat allerdings den Nachteil, dass sie nicht immer und auch nicht nachhaltig wirkt.

Biozidverdampfer verteilen ein Insektizid im Raum, indem sie es verdampfen. Der Wirkungsgrad ist hoch, allerdings ist die ständige Präsenz von Wirkstoffen in der Luft gesundheitlich nicht ganz unbedenklich, besonders, wenn das Gerät permanent und über einen längeren Zeitraum hinweg im Einsatz ist.

Methode sechs: Ätherische Öle gegen Mücken

Für Menschen, die keine chemischen Substanzen für die Mückenabwehr verwenden möchten, bietet sich der Einsatz ätherischer Öle an. Es gibt eine große Auswahl an Produkten – von Armbändern über Kerzen bis zu Gartenfackeln. Leider haben ätherische Öle ein Manko: Ihre Wirksamkeit für den Mückenschutz ist umstritten. Entsprechende Tests enden für die wohlriechenden Substanzen meist negativ. Hinzu kommt, dass viele Menschen auf ätherische Öle allergisch reagieren. Natürlichkeit ist eben nicht immer ein Garant für Unbedenklichkeit. Bei ätherischen Ölen gilt das insbesondere auch bei der Anwesenheit von Kindern.

Methode sieben: Moskitonetze

Besonders für einen ruhigen Schlaf sind Moskitonetze eine gleichzeitig wohltuende und effektive Abwehrmethode. Moskitos sind nachts besonders aktiv, und gerade deshalb sind sie im Schlafzimmer besonders unwillkommen. Mit einem Mosiktonetz, das sich über das gesamte Bett erstreckt, bekommt man das beste aus mehreren Welten: Die lästigen Minivampire haben keine Chance auf einen Angriff – gleichzeitig kann man aber das Fenster geöffnet lassen und muss nicht in einem heißen und stickigen Raum ausharren. Entscheidet man sich auch noch für ein kastenförmiges Modell, ist man nicht nur vor den Stichen, sondern auch vor dem nervtötenden Geräusch geschützt, das einem den Schlaf rauben kann.

Für den Einsatz bei einer Reise in die Tropen eignet sich das imprägnierte Reisenetz. Es bietet den großen Vorteil, dass sich Mücken nicht auf dem Netz niederlassen und ihr Opfer durch das Netz hindurch stechen, wen man ihm versehentlich zu nahe kommt.

Eine Spezialform ist das Kopfnetz. Es bietet bei richtiger Nachtbekleidung ausreichend Schutz und ist bei der Aufstellung und beim Platzbedarf unproblematischer als ein Full-size-Netz.

Das beste Moskitonetz ist nutzlos, wenn es nicht richtig aufgestellt wird. Die wichtigste Regel lautet: den Schutzraum mückenfrei halten! Es bringt nichts, ein Mositonetz über dem Bett aufzustellen, wenn sich darunter bereits Mücken befinden. Daher muss die Schutzzone zunächst durch andere Mittel mückenfrei gemacht werden, bevor die Aufstellung beginnen kann.

Nicht jedes Netz eignet sich für überall. Der erste Schritt muss daher die Überlegung sein, wo das Netz zum Einsatz kommt. Dann kann man damit beginnen, die Eigenschaften der verschiedenen Netztypen zu erkunden und sie auf Eignung bei der persönlichen Nutzung zu testen. Die wichtigsten Kriterien sind:

Maße und Gewicht: Soll das Netz mit auf die Flugreise gehen, ist das Volumen des verpackten Netzes und sein Gewicht von entscheidender Bedeutung. Ein zu voluminöses oder zu schweres Netz kann die gesamte Reise infrage stellen.

Form: Hier kommt es vor allem auf die Frage an, was man von seinem Moskitonetz erwartet. Ist man mit tiefem Schlaf gesegnet, der auch durch Mückengeräusche nicht gestört wird, genügt die Glockenform. Empfindsamere Gemüter sollten auf die Kastenform ausweichen.

Maschenweite: Die Gegend, in der das Schutznetz zum Einsatz kommt, entscheidet über die richtige Maschenweite, damit keine ungebetenen Gäste eindringen können. Hier empfiehlt sich zunächst die gründliche Recherche über den Mückentyp, der vor Ort vorkommt.

Ausrüstung: Ob man sich für ein imprägniertes oder nicht imprägniertes Netz entscheidet, hängt von der eigenen Zielsetzung, aber auch von der Netzform ab. Ein kastenförmiges Netz, das über das ganze Bett hinweg gespannt ist und überall genügend Distanz zum Schlafenden wahrt, muss nicht unbedingt imprägniert sein. Bei kompakteren Modellen, besonders, wenn sie in den Tropen zum Einsatz kommen, sollte man auf eine Imprägnierung nicht verzichten.

Preis: Qualität kostet. Natürlich sollte ein ausführlicher Preisvergleich nicht fehlen. Allerdings, kann ein Billigstmodell nicht die gleichen Eigenschaften aufweisen wie ein solide gefertigtes und getestetes Netz. Wer zuverlässigen Schutz vor Mücken will, darf nicht am falschen Ende sparen.

Mückenschutz auf der Reise – ein Thema für sich

Reisen bildet. Das kann aber auch ein recht schmerzhafter Prozess werden, dann nämlich, wenn man seine Erfahrungen in Sachen Mückenschutz durch unzulängliche Ausrüstung am eigenen Körper sammeln muss.

Weltweit gibt es über 3.500 unterschiedliche Stechmückenarten. Das verdeutlicht, dass die Wahl des richtigen Mittels von ausschlaggebender Bedeutung ist – ein Mittel für alle gibt es nicht. Wer sein Lieblingspräparat aus der Heimat mit auf seine Fernreise nimmt, kann am Ziel sein blaues Wunder erleben. In bestimmten Gegenden kann die Planung des richtigen Mückenschutzes ebenso wichtig sein wie die Planung der Reiseroute oder die Wahl des richtigen Hotels.

Geht die Reise in die Tropen oder andere von Mücken bevölkerten Regionen, sind Kombinationslösungen meist die richtige Wahl. Das richtige Repellentium alleine genügt in den meisten Fällen nicht. Weitere Überlegungen sollten die Frage klären, ob nicht auch ein Moskitonetz oder ein Mückenstecker mit ins Reisegepäck gehören.

Was tun, wenn es zu spät ist?

Der beste Mückenschutz kann nicht zuverlässig verhindern, dass man sich doch einmal einen Mückenstich einfängt. Jetzt kommt es auf die richtigen Gegenmaßnahmen an. Die erste und wichtigste Regel – wie anfangs erwähnt: nicht kratzen! Besser ist es, den Stich zu kühlen. Das ist allerdings nicht immer möglich und wirkt auch nicht nachhaltig.

Erheblich wirksamer ist der Einsatz spezieller Cremes, Gels oder Salben. Eines der bekanntesten Mittel ist das Fenistil Gel. Bereits beim Auftragen wirken solche Mittel kühlend und juckhemmend. Viele Präparate enthalten auch Wirkstoffe, um Allergien zu hemmen und Schwellungen zu unterdrücken. So gut wie alle Präparate sind rezeptfrei und frei erhältlich.

Stichheiler verwenden Hitze, um den Juckreiz zu verhindern. Die kleinen Geräte geben kurzzeitig Hitze an die Haut ab (etwa 50 Grad Celsius), um ihre Wirkung zu entfalten. Der Nachteil: Stichheiler wirken nicht gegen Schwellungen.

Allergie durch Mückenstiche?

Was viele nicht wissen: Auch Mückenstiche können allergische Reaktionen auslösen. Diese entwickeln sich zwar nicht so intensiv wie beispielsweise bei Wespenstichen, machen sich aber auch unangenehm bemerkbar.

Es gibt nur wenige Möglichkeiten, etwas gegen eine Mückenallergie zu unternehmen. Der beste Weg ist es, mit dem beschriebenen Mitteln Mückenstiche gar nicht erst zuzulassen. Ist es einmal passiert, hilt am besten sofortige Kühlung und das ruhige Lagern des betroffenen Körperteils. Es sind auch einige Mittel zum Einnehmen gegen Mückenstichallergien auf dem Markt. Über deren Wirksamkeit gibt es aber keine gesicherten Erkenntnisse.

Mückenschutz – Was wirklich hilft
3.3 (66.15%) 13 Bewertungen