Warum bekomme ich eigentlich 4 Erkältungen im Winter, während mein Nachbar draußen im Shirt bei 0°C Holz hackt und trotzdem nie krank wird?

Warum bekomme ich eigentlich 4 Erkältungen im Winter, während mein Nachbar draußen im Shirt bei 0°C Holz hackt und trotzdem nie krank wird? Warum habe ich den ganzen Frühling hindurch Heuschnupfen, während mein Arbeitskollege mit seinem Hund jeden Abend in der Wiese herumtollt und nicht mal das kleinste Niesen produziert? Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und könnte Seiten füllen, hat aber ein zentrales Thema: Die körpereigene Abwehr, auch Immunsystem genannt.

Wir können uns unser Immunsystem als eine Art Manager oder Sicherheitschef vorstellen. Die Hauptaufgabe ist, all jene äußeren Einflüsse zu bekämpfen und von uns fern zu halten, die uns krank machen und all jene Substanzen zu tolerieren, die uns nicht schaden, sei es nun, dass es sich um körpereigene Zellen handelt oder harmlose „fremde“ Stoffe. Genauso vielfältig wie die Aufgaben des Immunsystems, sind auch die Orte in unserem Körper, an denen es zuhause ist. Daher spricht man von einem System und nicht von einem Immunorgan. Natürlich gibt es auch spezielle Immunzellen, die für die Funktion der Abwehr notwendig sind, aber das Immunsystem findet seine Ressourcen auch in den Lymphknoten , der Milz, dem Knochenmark, der Darmschleimhaut und sogar der Haut.

Manager im Stress

Wenn wir die Funktionsweise unserer Abwehr verstehen wollen, müssen wir uns klar machen, dass ein schwaches Immunsystem nicht alleine bedeutet, dass es nur ungenügend in der Lage ist, körperfremde Stoffe wie Viren, Bakterien, Pilze etc. zu bekämpfen. Genauso häufig spielen auch Fehlregulationen eine Rolle, wie bei einem Manager, der unter erheblichem Stress steht und deshalb ständig falsche Entscheidungen trifft. Die Fehlentscheidungen resultieren dann in Allergien oder Autoimmunerkrankungen. Letztere können sich in Form eines kleinen Hautausschlags zeigen oder auch schwerste Formen von Rheuma hervorbringen.

Gerade weil die körpereigene Abwehr ein so komplexes System ist und seine Funktion aus so vielen unterschiedlichen Organen bezieht, ist ein Aufbau und eine Stabilisierung niemals nur auf die Behandlung eines Teilbereichs beschränkt, sondern eine ganzheitliche Therapie. Sicher ist es viel aufwendiger und erfordert Energie und Disziplin von einem Patienten, wenn er sich dieser Aufgabe stellen will. Aber der Erfolg in Form von mehr Lebensqualität, erhöhter Leistungsfähigkeit, weniger Beschwerden und Krankheitsausfällen, rechtfertigt die Anstrengungen allemal.

Was Sie mit der richtigen Lebensweise erreichen können

Die Lebensweise, um Ihr Immunsystem so richtig zu unterstützen, fußt auf 5 Säulen.

  • Ernährung: Eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung, die mit frischem Obst, Gemüse und Ballaststoffen den notwendigen Nachschub für unsere Depots liefert ist fundamental. Da es manchmal recht aufwendig sein kann, insbesondere alle Vitamine in ausreichender Menge zuzuführen, sind Nahrungsergänzungsmittel in Form von Multivitaminpräparaten (z. B.Sambucol Forte Saft ) sinnvoll.
  • Bewegung: Sie müssen nicht gleich zum Sportjunkie werden, um Ihr Immunsystem zu unterstützen. Bereits eine halbe Stunde tägliche Bewegung an der frischen Luft sorgt für den gewünschten Ausgleich und kurbelt zusätzlich noch die Vitamin D Produktion an. Ob Sie sich für Joggen, Nordic Walking, Rad fahren oder Spazieren gehen entscheiden, bleibt Ihnen überlassen.
  • Entspannung: Mit der Bewegung leiten Sie auch gleichzeitig eine Entspannungsphase für den Körper ein. Entspannung bedeutet nicht, dass Sie Ihr Leben völlig stressfrei gestalten müssen. Aber ständiger Stress mündet in dauerhaft erhöhten Cortisolspiegeln und      Cortisol schwächt die Abwehr. Gönnen Sie sich Auszeiten und finden Sie eine Balance zwischen Stress und Entspannung.
  • Schlaf: Im Schlaf werden nicht nur die Gedanken, Eindrücke und Erinnerungen des Tages verarbeitet und sortiert, auch zahlreiche regenerative Mechanismen auf zellulärer Ebene laufen nur in den Schlafphasen ab. Wie viel Schlaf der Körper benötigt, ist individuell unterschiedlich, aber dauerhaft weniger als 6 Stunden am Tag sollten es nicht sein.
  • Hygiene: Die meisten Krankheitserreger nehmen wir über den Kontakt mit unseren Händen auf. Ob beim Hände schütteln zur Begrüßung, beim Anfassen von Türklinken oder Treppengeländern, ständig kommen wir in Kontakt mit potentiellen Übeltätern. Bei der Vielzahl an Keimen kann das Immunsystem schnell mal überfordert werden. Und wenn man bedenkt, dass ein Mensch sich durchschnittlich alle 4 Sekunden ins Gesicht fasst, ist der Weg, wie die Krankheitserreger von den Händen auf die Nasen- und Rachenschleimhäute gelangen, schnell erklärt. Die einfachste Maßnahme dagegen ist häufiges Händewaschen. 30 Sekunden mit einer handelsüblichen Seife und warmen Wasser reichen aus, um 99% der Keime abzutöten.

Der Darm als Schlüssel zur intakten Abwehr

Die Darmschleimhaut spielt eine ganz gewichtige Rolle beim Aufbau eines gesunden Immunsystems. Sie ist besiedelt mit Mikroorganismen, die eine erhebliche Bedeutung auch für die Abwehr haben. Durch falsche Ernährung, Infektionen oder die Einnahme von Antibiotika kann die gesunde Darmflora nachhaltig verändert und gestört werden. Wiederhergestellt wird sie durch die Einnahme von Probiotika. Besonders effektiv ist Symbioflor 1. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, sollte man das Präparat mindestens 4 Wochen entsprechend der Anleitung einnehmen.

Naturheilverfahren zur Stabilisierung

Um es gleich deutlich zu sagen: Die meisten Naturheilverfahren sind nach streng wissenschaftlichen Kriterien von der konservativen Schulmedizin nicht anerkannt. Das liegt auch daran, dass sich kleinere Firmen und private Initiativen die oftmals horrenden Kosten von klinischen Wirksamkeitsnachweisen einfach nicht leisten können. Hinzu kommt, dass Naturheilverfahren oft individuell abgewandelt werden müssen, um auf den einzelnen Patienten exakt zu passen. Das lässt zwar einige Ansätze zur Kritik übrig, aber trotzdem hat sich im Laufe von Jahrzehnten gezeigt, dass zahlreiche Methoden vielen Menschen spürbar helfen konnten.

Bild: Achim Lückemeyer / pixelio.de

Purpurfarbener Sonnenhut (Echinacea purpurea)

Wird als Lösung in Tropfenform (z. B. Echinacea-ratiopharm ) eingenommen. Bei akuten Infekten hat es nur eine geringe und nicht gesicherte Wirkung, allerdings ist es ein fester Bestandteil in der Naturheilkunde zur allgemeinen Stimulierung der Abwehr. Echinacea sollte nicht länger als 8 Wochen am Stück eingenommen werden. Allergiker sollte vorsichtig sein, da es zu einer vorübergehenden Verstärkung der Allergieanfälligkeit kommen kann.

Ebenfalls stärkend auf das Immunsystem sollen Taigawurzel, Mistel und Thuja wirken.

Bei einem eher gestressten Immunsystem mit Allergieneigung ist die

Bild: Andrea Damm / pixelio.de

Eigenbluttherapie

einen Behandlungsversuch wert. Bei dem Verfahren werden wenige Milliliter venöses Blut entnommen und aufbereitet, um anschließend in die Gesäßmuskulatur oder in Akupunkturpunkte gespritzt zu werden. Das Verfahren kann aber nur von einem entsprechend ausgebildeten Arzt oder Heilpraktiker angewandt werden.

Homöopatische Mittel sind erfahrungsgemäß ebenfalls eine Alternative zur Regulierung eines gestressten Imunsystems. Hauptsächlich zum Einsatz kommen

-Kalium jodatum

-Kalium phosphoricum

-Kalium sulfuricum

Aber auch dabei gilt der Grundsatz, dass eine homöopathische Behandlung selten über Eigenmedikation funktioniert. Ein Homöopath sollte das oder die Mittel individuell auf den Patienten abstimmen.

Titelbild: Joujou / pixelio.de

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