Die Natur erwacht zum Leben, buntes Vogelgezwitscher erfüllt die Luft und ganz Mutige kramen bereits wieder ihre T-Shirts aus der hintersten Schrankecke hervor, weil die Außentemperatur…

Die Natur erwacht zum Leben, buntes Vogelgezwitscher erfüllt die Luft und ganz Mutige kramen bereits wieder ihre T-Shirts aus der hintersten Schrankecke hervor, weil die Außentemperatur bereits an der 20°C Marke rüttelt. Aber Sie würden sich am liebsten auf das Wohnzimmersofa legen und den Sonntagnachmittag wegdösen…

Wenn es Ihnen so geht, gehören Sie möglicherweise zu jenen rund 35 % aller Deutschen, die von der Frühjahrmüdigkeit betroffen sind. Glücklicherweise ist das keine echte Krankheit sondern nur ein Zeichen Ihres Körpers, dass ein normaler saisonaler Umstellungsprozess stattfindet. Und glücklicherweise vergeht das Ganze folgenlos wieder innerhalb von ein paar Tagen bis hin zu maximal 4 Wochen. Seien Sie ganz beruhigt: Was in Ihrem Körper während der Frühjahrsmüdigkeitsphase vor sich geht, ist eine ganz normale Anpassung; mitunter ein wenig lästig aber auch ein positives Zeichen, denn Ihr Körper hat die Kraft der Selbstregulierung noch nicht verlernt.

Bild: Elke / Pixelio.de

Die Ursachen

Hauptursache ist die Änderung der hormonellen Balance im Körper. Um die dunkle Winterphase zu überstehen, ohne dauernd Trübsal zu blasen, schüttet der menschliche Körper vermehrt das „gute Laune“ Hormon Serotonin aus und leert gründlich die körpereigenen Speicher. Gleichzeitig wurde im Winter vermehrt Melatonin gebildet und die Blutspiegel des Schlafhormons sind erhöht. Durch die längeren Lichtphasen wird die Neuproduktion von Serotonin angeregt, um die Depots aufzufüllen. Bis zwischen beiden Hormonen wieder ein gesunder Ausgleich hergestellt ist, reagiert der Körper ein wenig „verwirrt“ und zeigt die typischen Symptome der Frühjahrsmüdigkeit, wie Unkonzentriertheitreduzierter Elan und Müdigkeit trotz ausreichender Schlafphasen.

Aber auch die Umstellung auf die Sommerzeit, welche einen „Mini Jet-Lag“ hervorrufen kann, fördert die Symptome. Hinzu kommt noch, dass sich einerseits die Blutgefäße aufgrund der höheren Außentemperaturen etwas weiten und damit zumindest anfangs zu einem geringen Blutdruckabfall beitragen. Zu guter Letzt erhöht sich im Frühjahr die Körperkerntemperatur ein klein wenig und das kann für den einen oder anderen Organismus ein bisschen anstrengend sein.

Tipps gegen das große Gähnen

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Wenn Sie ein paar kleine Ratschläge beherzigen, wird die Frühjahrsmüdigkeit nur halb so wild und geht auch rasch vorbei.

Unfallrisiken vermeiden

Müdigkeit und Unkonzentriertheit sind häufige Ursachen für Arbeits- und Verkehrsunfälle. Wenn Sie von der Frühjahrsmüdigkeit besonders hart erwischt werden, verzichten Sie lieber darauf, sich selbst ans Steuer zu setzen. Lassen Sie sich stattdessen fahren oder steigen Sie auf öffentliche Verkehrsmittel um. Gleiches gilt für alle Arbeiten, die große Konzentration erfordern oder Gefahren in sich bergen. Lieber solange verschieben, bis man wieder fit ist..

Licht, Licht und nochmals Licht

Tageslicht ist das beste Medikament, um die Umstellung in Ihrem Körper so gut wie möglich zu beschleunigen. Am Besten gehen Sie vormittags raus ins Freie und tanken etwas Sonnenlicht. Ein halbe Stunde täglich bewirkt schon kleine Wunder.

Licht und Bewegung ist noch besser

Wenn Sie die mindestens 30 Minuten an der frischen Luft dafür nutzen, auch etwas sportlich aktiv zu sein, tun Sie Ihrem Körper einen noch größeren Gefallen. Gehen Sie spazieren, joggen oder Fahrrad fahren. Das steigert nicht nur die Sauerstoffaufnahme in den Muskeln, sondern auch im Gehirn. Gehen sie es dabei aber ruhig etwas gemütlich an. Überanstrengung würde dem Kampf gegen die Abgeschlagenheit eher schaden als nützen.

Leichte Kost den Vorzug geben

Wenn der Körper stark mit der Verdauung und Einlagerung von Nährstoffen beschäftigt ist, fehlt ihm Power zur Überwindung der Frühjahrsmüdigkeit. Bevorzugen Sie mal für ein paar Tage frisches Obst und Gemüse anstelle von fettem Fleisch und Fritten. Ganz nebenbei bekommen Sie auch noch eine Extraportion an frischen Vitaminen. Wer möchte, kann dies auch noch mit einer milden Form der Entschlackung kombinieren, beispielsweise mit 2 großen Tassen Brennnesseltee.

Fußwechselbäder für den Kreislauf

Einen zusätzlichen Energieschub können Sie aus Fußwechselbädern ziehen. Bereiten sie eine kleine Wanne mit ca. 30° C warmen Wasser und eine Wanne mit ca 8° bis 10° C kaltem Wasser vor. Stellen Sie zunächst beide Füße für mindestens 3 Minuten in das warme und unmittelbar danach für mindestens 1 Minute in das kalte Wasser. Wiederholen Sie die Prozedur wenigstens einmal.

Falls alle Tipps noch nicht sofort den gewünschten Erfolg bringen, dürfen Sie sich auch ruhig mal einen kurzen Mittagschlaf  gönnen. Wichtig ist aber, dass er zeitlich auf 20 bis 30 Minuten begrenzt wird. Andernfalls regen Sie erneut die Melatoninproduktion an und das sollte vermieden werden.

Titelbild: Murti Utami / Flickr.com

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